Am Dienstagabend, 23. April 2024 wurde die neue Ausstellung „Meister des Augenblicks – Wolfgang Isensee“ feierlich eröffnet. Freunde, Wegbegleiter, ehemalige Kollegen und Schüler aber auch neugierige Kunstinteressierte: sie alle kamen in großer Zahl zusammen, um die beeindruckenden Bilder Isensees zu bewundern.

Der Mensch Wolfgang Isensee

Im übertragenen Sinn wurde auch während der Reden im offiziellen Teil des Abends ein Bild gezeichnet. Von einem Mann, der viele Seiten, viele Interessensgebiete hatte. Einem Optimist, der zwar durchaus auch kritisch auf die Welt blickte, aber immer mit einer gewissen Portion Humor und auch Verständnis für andere Sichtweisen. Kathleen Nitschel, Leiterin des Referats Kultur der Stadt Wertheim, beschrieb in ihrer Eingangsrede, wie die Bilder sie berührt hatten und das, obwohl sie den Künstler persönlich nie kennengelernt hatte. Sein Freund Holger Kaesemann zeichnete dann seinen Lebenslauf auf. Mit viel Wärme und persönlichen Anekdoten gelang ihm der Spagat, eine bewegende Rede zu halten, die Zuhörer aber gleichzeitig auch zum Lachen zu bringen – passend zum schelm-haften Charakter von Isensee. Stefanie Arz erklärte abschließend, wie ihr beim Sichten der Bilder gleich klar war, dass dieser Nachlass in einer Ausstellung gezeigt werden sollte. Denn zu Isensees Lebzeiten wurde sein Werk nie ausgestellt.

Mehr als nur musikalische Begleitung

Berührend war auch die grandiose musikalische Untermalung von Caroline Zwanzer (Geige), Joachim Camerer (Cello) und Eberhard Feucht (Klavier). Möglicherweise kam das auch daher, dass sowohl Camerer, als auch Feucht Freunde Isensees waren. Besonders zu erwähnen ist das von Jürgen Walter getextete und von Eberhard Feucht vertonte und vorgetragene Stück „Ulfila“. Das Abschiedslied für den guten Freund wurde an diesem Abend erstmals vor Publikum gespielt.

Die Ausstellung

Danach durften die Besucher die Ausstellung erkunden gehen. Es bildeten sich viele Grüppchen und persönliche Anekdoten wurden untereinander ausgetauscht. Die Bilder wurden studiert und diskutiert. Mitunter zeigten sich selbst so manche Bekannten von Wolfgang Isensee überrascht von der Vielfalt der sehr unterschiedlichen Werke. Der Mensch, Künstler und Lehrer Wolfgang Isensee schien an diesem Abend noch einmal ein kleines bisschen lebendig zu sein. Auch für das leibliche Wohl wurde bestens gesorgt. Und so ging schließlich ein schöner Abend zu Ende, der dem Verstorbenen ein verdient würdevolles Andenken gesetzt hat.